Im Modul 4 arbeiteten die Gründerinnen mit Methoden aus dem Design Thinking daran, ihre Vorhaben sichtbar, erlebbar und überprüfbar zu machen. Dabei ging es nicht um Hochglanz, Vollständigkeit oder die perfekte Marktreife. Es ging um einen ersten Versuch, der genug Substanz besitzt, um Reaktionen auszulösen – und zugleich offen genug bleibt, um verändert zu werden.
Gerade für Gründerinnen ist das eine anspruchsvolle Bewegung. Wer mit begrenzten Ressourcen startet, Verantwortung trägt und mit der eigenen Person für ein Angebot einsteht, möchte verständlicherweise möglichst wenig falsch machen. Dann wird aus Sorgfalt leicht ein zu langes Warten: Die Website ist noch nicht fertig, das Konzept noch nicht rund, der Preis noch nicht sicher. Prototyping setzt an dieser Stelle einen anderen Akzent: Nicht weniger sorgfältig arbeiten – aber früher lernen.
Das konnte zum Beispiel so aussehen: Aus der Idee für ein umfangreiches Beratungsprogramm entstand zunächst ein zweistündiger Pilotworkshop. Statt wochenlang an jedem Detail zu feilen, formulierte die Gründerin eine klare Kernfrage, entwickelte drei Übungen und lud eine kleine Testgruppe ein. Schon die ersten Rückmeldungen zeigten, was trug, wo die Sprache noch zu abstrakt war und an welcher Stelle die Teilnehmerinnen besonders aufmerksam wurden. Die Idee war danach nicht „fertig“. Aber sie war genauer, lebendiger und näher an den Menschen, für die sie gedacht war.
Die Prototypen der Frauen waren so unterschiedlich wie sie selbst und ihre Geschäftsmodelle: erste Angebotsbausteine, Workshopformate, Beratungsabläufe, Produkte, Dienstleistungen oder neue Formen der Kundenansprache. Entscheidend war nicht ihre Vollständigkeit, sondern dass sie greifbar wurden und Resonanz erzeugen konnten: besprechbar, erprobbar und verbesserbar.