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Claudia Bock im Interview

ThEx FRAUENSACHE. -

25. März 2026

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Claudia Bock verbindet in ihrem Atelier chic* by Claudia Bock Gestaltung, Handwerk und Unternehmerinnengeist. Mit ihren Porzellanobjekten schafft sie Arbeiten, die traditionelle Handarbeit mit modernen Ideen zusammenbringen. Gleichzeitig öffnet sie ihr Atelier für Austausch, Workshops und Kooperationen mit anderen Kreativen.

Im Oktober 2025 hat Claudia im Interview mit unserem Partnerprojekt ThEx Wirtschaft 4.0 von ihrer Gründungsgeschichte erzählt und davon, wie sie die Handarbeit mit digitaler Technik verbindet. Das Interview findest Du auf dem ThEx-Blog.

Heute spricht sie mit uns über die Bedeutung von Netzwerken, über ihre Erfahrungen als Gründerin und darüber, warum Zusammenarbeit in der Kreativwirtschaft oft der Schlüssel zu neuen Möglichkeiten ist. Außerdem vermittelt sie Impulse für alle, die mit einer eigenen Idee in die Selbstständigkeit starten möchten.

Claudia, Du bist freiberufliche Produktdesignerin für Porzellan mit einem eigenen Atelier, das Du 2024 in Erfurt eröffnet hast.

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Gab es seitdem etwas, das Dich besonders überrascht hat? Zum Beispiel hinsichtlich der kreativen Prozesse, der unternehmerischen Aufgaben dahinter oder im Kontakt mit den Kund:innen?

Claudia: Seit der Eröffnung meines Ateliers 2024 in Erfurt gab es tatsächlich einige Dinge, die mich überrascht haben. Besonders spannend fand ich, wie stark sich mein kreativer Prozess durch den direkten Kontakt mit Kund:innen verändert hat. Viele bringen ganz eigene Ideen oder Emotionen mit, die in meine Arbeit einfließen – das macht jedes Projekt noch individueller, aber auch herausfordernder.

Was ich anfangs etwas unterschätzt habe, sind die unternehmerischen Aufgaben. Organisation, Kommunikation, Planung und auch Marketing nehmen deutlich mehr Raum ein, als ich es mir vorher vorgestellt hatte. Gleichzeitig habe ich aber gemerkt, dass genau das auch eine schöne Seite hat: Ich kann mein Atelier wirklich als Ganzes gestalten – nicht nur künstlerisch, sondern auch als Ort der Begegnung.

Am meisten überrascht hat mich vielleicht, wie offen und interessiert die Menschen sind. Der Austausch mit den Kund:innen ist oft sehr persönlich und bereichernd. Dadurch entsteht eine ganz besondere Verbindung, die meine Arbeit auf eine neue Ebene hebt.

Wenn Menschen Dein Atelier besuchen oder an Workshops teilnehmen – was wünschst Du Dir, was sie über Handwerk und Gestaltung danach anders sehen? 

Claudia: Ich wünsche mir, dass die Menschen nach einem Besuch oder Workshop ein neues Bewusstsein für Handwerk entwickeln. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit wird oft vergessen, wie viel Zeit, Übung und Hingabe in einem einzelnen Stück steckt. Wenn jemand danach anders auf ein handgefertigtes Objekt schaut – vielleicht achtsamer oder wertschätzender – dann habe ich viel erreicht. Und idealerweise entdecken sie auch ihre eigene Kreativität neu und trauen sich, Dinge einfach auszuprobieren.

Du bist im Mentoringprogramm von ThEx FRAUENSACHE. aktiv, zunächst warst Du es als Mentee, nun bist Du Mentorin. Dort hast Du andere Gründerinnen und Unternehmerinnen kennengelernt. Gab es einen Moment oder eine Begegnung, die Dir besonders im Gedächtnis geblieben ist?

Claudia: Im Mentoringprogramm gab es viele prägende Begegnungen, aber besonders im Gedächtnis geblieben ist mir ein Moment, in dem eine andere Teilnehmerin ganz offen über ihre Zweifel gesprochen hat. Diese Ehrlichkeit hat sofort eine Verbindung geschaffen. Es wurde deutlich, dass wir alle ähnliche Herausforderungen haben – unabhängig davon, in welcher Phase wir gerade stehen. Heute, als Mentorin, versuche ich genau diesen Raum weiterzugeben: einen Ort, an dem Austausch auf Augenhöhe möglich ist und man sich gegenseitig stärkt.

Kreativschaffende arbeiten oft zunächst allein. Welche Rolle spielen Austausch und Netzwerke heute für Dich als Unternehmerin?

Claudia: Austausch und Netzwerke sind für mich heute unglaublich wichtig. Am Anfang arbeitet man oft sehr für sich, aber langfristig merkt man, wie wertvoll Perspektiven von außen sind. Netzwerke geben nicht nur Unterstützung, sondern auch neue Impulse, Kooperationen und manchmal einfach das Gefühl, nicht allein zu sein. Gerade im kreativen Bereich, der oft sehr persönlich ist, hilft dieser Austausch enorm, um sich weiterzuentwickeln.

Viele Menschen tragen kreative Ideen in sich, zögern aber, daraus ein eigenes Projekt zu machen. Was würdest Du jemandem sagen, der gerade mit dem Gedanken spielt, sich im kreativen Bereich selbstständig zu machen?

Claudia: Ich würde sagen: Fang an. Es wird diesen perfekten Moment wahrscheinlich nicht geben. Wichtig ist, die eigene Idee ernst zu nehmen und erste Schritte zu gehen – auch kleine. Gleichzeitig sollte man sich bewusst machen, dass Selbstständigkeit nicht nur aus Kreativität besteht, sondern auch aus Organisation und Durchhaltevermögen. Aber wenn man für das brennt, was man tut, lohnt sich dieser Weg in vielerlei Hinsicht.

Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus, was Dein Atelier und Deine Tätigkeiten als Porzellandesignerin betrifft?

Claudia: Für die Zukunft wünsche ich mir, mein Atelier weiter als lebendigen Ort auszubauen – mit noch mehr Workshops, vielleicht auch neuen Formaten und Kooperationen. Als Porzellandesignerin möchte ich meine Arbeit weiterentwickeln, sowohl gestalterisch als auch konzeptionell. Mich reizt es, neue Techniken auszuprobieren und gleichzeitig meine eigene Handschrift weiter zu schärfen. Langfristig sehe ich mein Atelier als einen Ort, an dem Gestaltung, Austausch und Inspiration zusammenkommen.

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Wo treffen wir Dich in den nächsten vier Wochen?

In den kommenden Wochen gibt es einige schöne Gelegenheiten, mich und meine Arbeit persönlich zu treffen:

  • Am 11. und 12. April, jeweils Samstag und Sonntag, öffne ich im Rahmen des Tag des Thüringer Porzellans und des Tag des Europäischen Kunsthandwerks mein Atelier für interessierte Besucher:innern.
  • Besucher:innen bekommen Einblicke in die moderne, manufakturelle Herstellung von Porzellan, können vor Ort Arbeiten erwerben und auch selbst kreativ werden: In kleinen Miniworkshops „Gieße & gestalte deine eigene Schmuckschale aus Porzellan“ – jeweils um 11, 13 und 15 Uhr – ist das möglich (kostenpflichtig, mit Anmeldung).
  • Am 18. und 19. April bin ich außerdem auf dem Erfurter Töpfermarkt vertreten und präsentiere dort meine Arbeiten.
  • Am 2. Mai findet der Designmarkt im Dreibrunnenbad Erfurt statt, bei dem ich ebenfalls dabei bin.
  • Am 8. Mai plane ich außerdem erstmals an der Aktion Erfurt glänzt (ehemals Gold statt braun) teilzunehmen – ein besonderes Format, auf das ich mich sehr freue.
  • Darüber hinaus gebe ich in meinem Atelier weitere Workshops: am 8. Mai, 29. Mai und 19. Juni jeweils von 16 bis 19 Uhr sowie am 20. Juni von 10 bis 13 Uhr.
  • Zwischen den Veranstaltungen bin ich natürlich auch regelmäßig in meinem Atelier anzutreffen.

Herzlichen Dank für das Interview!

Fotos: Lisa Lotte van der Horst, Dresden

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