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Mutmacherin Franziska Reich im Interview

ThEx FRAUENSACHE. I Fotos: © Josefine Weyer -

18. August 2026

Franziska Reich MT2

Franziska Reich wagte Anfang 2026 den Schritt in die Selbstständigkeit und gründete die HappyWomen Company. Mit ihrer Unternehmensberatung unterstützt sie Unternehmen dabei, die Gesundheit, Zufriedenheit und Vernetzung von Frauen im Arbeitsalltag zu stärken. Kreativität und neue Denkansätze prägen dabei ihre Arbeit.

Schon vor der Gründung ihrer HappyWomen Company war sie bei ThEx FRAUENSACHE. aktiv, unter anderem als Mentee im Mentoring-Programm, als Teilnehmerin der Innovationsreise und aktuell als Mitglied der Pilotgruppe für unsere Netzwerk-Veranstaltung im August. 

Liebe Franziska, was hat Dich dazu motiviert, Anfang 2026 die HappyWomen Company zu gründen?

Ich hatte schon immer den Wunsch mich selbstständig zu machen. Es liegt mir sehr, frei, kreativ und selbstbestimmt zu arbeiten. Da ich immer in Leitungsfunktionen tätig war, habe ich keine Angst vor Verantwortung und risikofreudig bin ich auch. Nun war ich an dem Punkt, wo ich persönlich und fachlich soweit war, den Sprung zu wagen. Ich wollte nicht mehr im Angestelltenverhältnis meine Energie für andere einsetzen sondern endlich das tun, was mir wirklich liegt und wofür ich brenne. Ursprünglich hatte ich eine andere Gründungsidee, nämlich eine Unternehmensberatung für Personal und Öffentlichkeitsarbeit. Das sind die Bereiche, in denen ich die letzten 20 Jahren tätig war und in denen ich mich auskannte. Aber dann kam alles anders - Gott sei Dank!

Ich will Arbeitswelten schaffen, in denen die Rahmenbedingungen und Bedürfnisse der Frauen berücksichtigt werden (...).

Franziska Reich

Wie haben Deine bisherigen beruflichen Erfahrungen Deinen Weg in die Selbstständigkeit geprägt?

Sie sind die Basis für meine jetzige Tätigkeit und im Nachgang betrachtet, genau die Erfahrungen, die ich für meine Gründung gebraucht habe. Ich habe in meinem Berufsleben einige verschiedene Tätigkeiten ausgeübt, die wie Bausteine mein Fundament aufgebaut haben. So zum Beispiel als Personaldisponentin bei einer Zeitarbeitsfirma. Hier habe ich Kaltakquise gelernt und ich weiß, wie ich telefonieren oder verkaufen muss. Dann war ich als Personalleiterin tätig und weiß deshalb genau, wo hier der Schuh drückt und die Schmerzpunkte sind. Außerdem konnte ich im Bereich Öffentlichkeitsarbeit viel zum Thema Werbung, Social Media und Marketing lernen. Also insgesamt ein rundes Gesamtpaket, was mich jetzt vorwärts bringt. Zudem habe ich gemerkt, dass ich kein Mensch für lange Festanstellungen bin. Ich liebe es, projektbezogen zu arbeiten, neue Dinge einzuführen und bin nicht der Typ für wiederholende Tagesaufgaben. Eine ganz wichtige Erfahrung war auch, wie ich als Führungskraft und Mutter an meine absoluten Grenzen gekommen bin. Dieses Erleben war auch der Ausgangspunkt für meine Idee der HappyWomen Company.

Gab es einen bestimmten Moment, in dem Dir klar wurde, dass Du mit Deiner Geschäftsidee einen eigenen Weg gehen möchtest?

Das war eher ein Prozess. Los ging es mit Innovationsreise. Hier kam bei der entscheidenden Meditation erstmals die Idee auf, etwas für Frauen zu machen - weg vom Personal und Öffentlichkeitsarbeit und hin zum Thema Weiblichkeit. Das hat mich erst einmal vollkommen umgehauen. Darauf war ich als komplett strukturierter und durchgeplanter Mensch nicht vorbereitet. Aber ich konnte und wollte das nicht verdrängen und habe mich darauf eingelassen. Dann ist nach und nach das Konstrukt der HappyWomen Company entstanden, bei dem ich die Unternehmensberatung und das Frau-Sein verbinde. Neben der reinen Beratungsleistung gibt es ein Arbeitgebersiegel, ein Expertinnen-Netzwerk, Seminare und Workshops und perspektivisch eine Online-Plattform mit Weiterbildungangeboten. Tatsächlich gibt es ein solches Konzept bisher im deutschsprachigen Raum noch nicht, was es extrem spannend aber auch mühsam macht. Als Einzelkämpferin braucht es Zeit, dass alles aufzubauen und bekannt zu machen. 

Welche Rolle haben das Mentoring-Programm und die Innovationsreise für Deine Entwicklung als Gründerin gespielt?

Wie schon beschrieben, war die Innovationsreise ein zentraler Trigger für meine Geschäftsidee. Dieses Programm war so unglaublich wertvoll. Zum einen waren viele tolle Frauen dort und wir haben gemeinsam so schöne Tage verbracht. Claudia, Nadja und Anne waren einfach die perfekten Seminarleiterinnen und haben uns so wertschätzend und professionell auf unserem Weg begleitet. Das Mentoring läuft aktuell und unterstützt mich beim Aufbau meines Unternehmens. Meine Mentorin Sabine Voigt steht mir immer bei Fragen zur Verfügung und das Programm bietet sehr viel Input. Insgesamt bin ich ein riesiger Fan vom ThEx und insbesondere von ThEx FRAUENSACHE. . Dieses Angebot ist einfach Wahnsinn und absoluter Luxus für uns Gründer. Das weiß ich sehr zu schätzen.

Welche Herausforderungen sind Dir in der Gründungsphase begegnet und wie hast Du diese gemeistert?

F Reich bearbeitet

Der erste Schock kam am 3. Januar, als ich meinen ersten offiziellen Arbeitstag in meinem Büro hatte und komplett überfordert war. Ich saß am PC und wusste nicht, was ich zuerst machen sollte. Ein Jahr Vorbereitung und dann kommt der Tag, an dem es ernst wird. Das hat sich aber Gott sei Dank gleich wieder gelegt und ich bin gut gestartet. Die größten Herausforderungen waren glaube ich meine persönlichen Themen, die ich erst einmal klären durfte. Du wirst ja bei dem Schritt in die Selbstständigkeit mit allem konfrontiert - und diese Chance habe ich zum Wachsen genutzt. Ob das meine Ungeduld, mein Vertrauen in mich, Angst vor Armut, Angst vor Ablehnung war, hier durfte ich sehr viel lernen und aufarbeiten. Diese Phase hat die ersten Monate auf jeden Fall bestimmt und ich bin jetzt an dem Punkt, wo ich wirklich richtig in der Selbstständigkeit angekommen bin. Was mir immer wieder schwer fällt ist, dass Entscheidungsprozesse in Unternehmen oft lange dauern und man hier sehr geduldig sein darf. Aber auch das werde ich noch lernen. Auch die Geduld mit mir selbst und der leider auf 24 Stunden begrenzten Tageszeit ist ausbaufähig. Es gibt so viel zu tun und man darf hier immer wieder Prioritäten setzen. Gott sei Dank ist es mit der Arbeit im Job wie mit der Wäsche zu Hause - sie läuft nicht weg und ist auch morgen noch da. 

Was möchtest Du langfristig mit der HappyWomen Company für Frauen in Unternehmen bewirken?

Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass Frauen auch auf Arbeit Frauen sein dürfen. Ich habe selbst im Job und auch zu Hause immer der bessere Mann sein wollen und bin damit fast im Burnout gelandet. Wir neigen oft dazu, alles alleine machen zu wollen und überall perfekt sein zu müssen. Ich will Arbeitswelten schaffen, in denen die Rahmenbedingungen und Bedürfnisse der Frauen berücksichtigt werden, denn unsere Arbeitswelt ist auf Männer ausgerichtet. Frauen sollen gerne zur Arbeit gehen, sich wohl fühlen, kreativ, gesund und produktiv sein. Dann haben alle etwas davon. Und ganz wichtig ist mir das Zusammen- und nicht Gegeneinander-Arbeiten von Frauen. Wir haben so eine Kraft, wenn wir uns unterstützen. Hier geht oft ganz viel Potential im Unternehmen verloren. Insgesamt geht es also um Gesundheit, Zufriedenheit und Vernetzen von Frauen. 

Neben der HappyWomen Company gibt es auch die HappyWomen Academy. Welche Idee steckt hinter diesem Angebot?

Die Academy entsteht gerade und bietet Seminare, Workshops und Events für Unternehmen und Privatpersonen. Dazu habe ich ein unglaublich wertvolles Netzwerk aus momentan 17 Expertinnen aufgebaut, die die unterschiedlichsten Themen bespielen. Von Wechseljahren, Geldbewusstsein, systemischer Arbeit über Yoga bis hin zu Führungskräftethemen ist so ziemlich alles dabei, was das Herz begehrt. Die Academy hat ein sehr großes Potential, weil gerade viele neue Formate in Kooperationen der Expertinnen entsehen. Damit können wir sehr individuelle Angebote für Firmen machen und auch Frauen auf privater Ebene super vernetzen und beim Wachsen und Entwickeln unterstützen.

Herzlichen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg auf Deinem Weg!

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