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"Wie weit kannst du kommen, wenn du die Rahmenbedingungen deines Berufslebens selbst bestimmst?"

ThEx FRAUENSACHE. -

28. Januar 2026

Susanne Trautmann 2025

Wer den Newsletter von ThEx-FRAUENSACHE. abonniert hat, kennt den Anfang des Interviews mit unserer Mutmacherin im Januar, Susanne Trautmann, bereits. Lesen Sie hier, wie es weitergeht.

Susanne Trautmann gibt Innovationen eine Stimme. Mit 18 Jahren Erfahrung in B2B Marketing und einem starken Tech- und Industrie-Background begleitet sie als Go-to-Market Strategieberaterin Unternehmen und Startups überall dort, wo Produkte erklärungsbedürftig sind. Ihr Strategiemodell „Marketing Canvas“ hilft Teams dabei, Klarheit zu finden, Potenziale sichtbar zu machen und schneller in die Umsetzung zu kommen. Susanne ist Co-Autorin des „B2B Marketing Handbuchs“, Host des Podcasts „Future Marketing Skills“ und seit 2020 Gastdozentin im Master-Programm „Digital Marketing“ an der Hochschule Ansbach.

Susanne, In welchem Moment hast Du gemerkt: "Jetzt ziehe ich das richtig durch mit der Selbstständigkeit!"?

Das war, als ich zum ersten Mal öffentlich über meine Gründungsidee gesprochen habe. Ich hatte das Marketing Canvas, mein Strategiemodell um Produkte erfolgreich zu vermarkten, ursprünglich entwickelt, um mir selbst zu helfen, und über zwei Jahre in meinem Unternehmen auf Herz und Nieren getestet. Aber irgendwann musste ich herausfinden: Bin ich mit meiner Herausforderung allein oder geht es anderen genauso wie mir? Und vor allem: Gibt es einen Markt für mein Modell?

Also habe ich mich als Speakerin bei einer großen Marketing-Fachkonferenz beworben. Das war 2019. Ein kleines Wunder, dass der Veranstalter meine Bewerbung akzeptiert hat: Ich hatte vorher noch nie auf einer großen Bühne gestanden und keinerlei Erfahrung als Speakerin vorzuweisen. Ich war unfassbar nervös. Aber genau das war der Punkt: Die Bühne war mein „Testlabor“. Niemand gibt dir ein ehrlicheres Feedback, als dein Fachpublikum.

Die Resonanz war überwältigend: Applaus, Fragen, Unterstützung, eine Einladung, an einem Springer-Fachbuch mitzuwirken, und über 200 LinkedIn-Kontaktanfragen. Ich habe mit Menschen gesprochen, die gesagt haben: „Du sprichst mir aus der Seele.“ In dem Moment wusste ich, dass ich meine Gründungsidee ernsthaft verfolgen muss!

Dabei war mein Weg nicht der große Sprung vom Angestelltenleben in die komplette Selbstständigkeit. Ich wusste jetzt, dass es einen Markt für mein Angebot gibt, aber ich wollte auch herausfinden, wie ich mit meiner Zielgruppe zusammenarbeiten kann und welchen Preis sie bereit ist, zu bezahlen. Die nebenberufliche Selbstständigkeit war der ideale Kompromiss: Ich konnte mich ohne Risiko ausprobieren und meinen Workflow finden, bevor ich „All-in“ gehe.

Immer, wenn ich dieses Kribbeln in mir spüre weiß ich: Ich bin auf dem richtigen Weg!

Susanne Trautmann

Welche Entscheidung in Deinem Beruf hat Dir am meisten Mut abverlangt und warum?

Es gibt nicht die eine große Entscheidung, die mir Mut abverlangt hat. Wenn ich ehrlich bin, bin ich jeden Tag mutig, und das muss ich auch sein. Seit ich selbstständig bin, lebe ich quasi dauerhaft außerhalb meiner Komfortzone, aber auf eine ganz positive Art. Ich fühle mich dadurch viel lebendiger, weil ich gelernt habe, mit meinen Ängsten und Zweifeln umzugehen.

Mir wurde relativ schnell klar, dass Selbstständigkeit der anstrengendere Weg ist. Wenn ich mit Freunden spreche, die angestellt sind, sehe ich das sehr deutlich. Aber der bequemere Weg ist eben auch der langweiligere. Ich habe in der Selbstständigkeit so viel mehr über mich gelernt und mich unfassbar weiterentwickelt, gerade weil ich so viele mutige Entscheidungen getroffen habe.

Für mich ist Mut inzwischen eine Art Arbeitsmodus. Immer, wenn ich dieses Kribbeln in mir spüre weiß ich: Ich bin auf dem richtigen Weg!

Du wirst permanent mit Situationen konfrontiert, die Mut erfordern und dich oft überfordern. Aber du wächst daran und wirst stärker und souveräner mit jeder Erfahrung, die du sammelst.

Was würdest Du einer Frau mit auf den Weg geben, die gerade mit dem Gedanken spielt zu gründen, sich aber selbst noch bremst?

Ich würde ihr sagen: Du hast nur dieses eine Leben, um glücklich zu werden.

Je älter wir werden, desto besser verstehen wir, was uns guttut und wer uns guttut. Wie weit kannst du kommen, wenn du die Rahmenbedingungen deines Berufslebens selbst bestimmst und dir aussuchst, mit wem du arbeitest? Wenn du die Chance hast, mehr über dich, deine Stärken und vielleicht sogar deine Bestimmung herauszufinden – was hält dich davon ab, sie zu ergreifen?

Wenn dich etwas bremst, ist das vielleicht ein Hinweis darauf, dass dir noch Klarheit fehlt. Hier kann das Ikigai-Modell helfen. Es stellt vier einfache, aber ehrliche Fragen:

  • Worin bist du gut?
  • Was liebst du?
  • Was braucht die Welt?
  • Und wofür kann man dich bezahlen?

Ich glaube, dass wir erst dann Menschen begeistern können, wenn wir unser Warum kennen und im Einklang mit unseren Werten handeln. Das Ikigai zeigt dir, wo sich bei dir Leidenschaft, Kompetenz, Berufung und Markt treffen.

Denn die Selbstständigkeit ist aus meiner Sicht nicht dazu da, seine Träume zu leben, sondern auch einen Beitrag zu leisten – wie auch immer dieser aussehen kann. Nicht jeder Traum bietet dafür die Grundlage.

Aber eins braucht jede Gründung immer: einen echten inneren Antrieb. Den zu finden, ist deine wichtigste Aufgabe. Denn wenn er klar ist, gehst du von selbst los.

Wo treffen wir Dich in den nächsten 4 Wochen?

Der Februar ist kein klassischer Event-Monat. In den nächsten Wochen gebe ich selber einige Workshops in Thüringen. Ich bin in diesem Jahr zum dritten Mal als Mentorin für das Thema „Go-to-Market“ bei TRIP dabei, dem „Thuringian Regional Innovation Program“. TRIP ist Thüringens einziges Inkubator-Programm für Tech-Startups und ich freue mich, elf ambitionierte Gründer-Teams beim Durchstarten zu begleiten. (Anmerkung der Redaktion: TRIP ist eine Initiative der STIFT im Rahmen des Projektes ThEx innovativ.)

In Kollaboration mit OptoNet e.V. , dem Verband für die Thüringer Photonik Industrie, habe ich außerdem einen Intensiv-Workshop entwickelt, in dem Unternehmen lernen Hightechprodukte kundenzentriert zu vermarkten. Dieser Workshop findet im Februar zum zweiten mal statt.

Und meine Einladung an dich: Wenn Du mit mir an deiner Go-to-Market Strategie arbeiten möchten, dann komm` zu meinem nächsten ThEx Workshop in Erfurt am 3. März. Hier kannst du dich anmelden.

Herzlichen Dank für das Interview!

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