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Digitalstrategie im Unternehmen: Vom Status quo zum klaren digitalen Fahrplan

Melanie Friedrichs -

20. Februar 2026

Digitalstrategie im Unternehmen - Einsatz von Tabletts in einer Tischlerei

Eine Digitalstrategie im Unternehmen ist weit mehr als die Einführung neuer Software oder einzelner digitaler Tools. Sie beschreibt den strukturierten Plan, mit dem ein Unternehmen festlegt, wie Prozesse, Daten, Technologien und Kompetenzen gezielt weiterentwickelt werden sollen. Damit wird Digitalisierung nicht zum Zufallsprodukt einzelner Entscheidungen, sondern zu einem strategisch gesteuerten Bestandteil der Unternehmensentwicklung.

Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen in Thüringen zeigt sich in der Praxis: Die Frage ist längst nicht mehr, ob digitalisiert werden soll. Entscheidend ist, wie die einzelnen Maßnahmen sinnvoll ineinandergreifen – und welches Zielbild dahintersteht.

Was bedeutet eine Digitalstrategie im Unternehmen konkret?

Eine Digitalstrategie definiert den Weg vom heutigen digitalen Reifegrad zu einem klar beschriebenen Zielzustand. Sie schafft Orientierung für Investitionen, Prioritäten und organisatorische Veränderungen. Ohne diese strategische Klammer laufen Digitalisierungsmaßnahmen Gefahr, isoliert zu bleiben und ihre volle Wirkung nicht zu entfalten.

Im Kern beantwortet eine Digitalstrategie drei zentrale Fragen:

  • Wo steht das Unternehmen heute digital?
  • Wo soll es mittel- bis langfristig stehen?
  • Welche Schritte führen strukturiert dorthin?

Erst wenn diese Fragen systematisch geklärt sind, entsteht ein belastbarer Rahmen für Entscheidungen. Eine einzelne Softwareeinführung kann Teil der Lösung sein – sie ersetzt jedoch keine strategische Gesamtausrichtung.

Warum einzelne Digitalisierungsmaßnahmen oft nicht ausreichen

In vielen Unternehmen entstehen digitale Lösungen schrittweise und pragmatisch aus dem Tagesgeschäft heraus. Ein neues ERP-System wird eingeführt, die Terminplanung digitalisiert oder ein Online-Shop aufgebaut. Diese Schritte sind sinnvoll und oft notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Was jedoch häufig fehlt, ist die übergeordnete Abstimmung. So wachsen Systeme nebeneinanderher, Daten werden in unterschiedlichen Anwendungen gepflegt und Prozesse sind nur teilweise integriert. Excel-Tabellen existieren parallel zu Spezialsoftware, papierbasierte Abläufe bleiben bestehen, während andere Bereiche bereits automatisiert arbeiten. Dadurch entstehen Medienbrüche und unnötige Doppelarbeiten.

Das ist kein organisatorisches Versagen, sondern eine typische Wachstumsrealität. Die strategische Frage lautet jedoch: Ergibt sich aus allen Maßnahmen ein stimmiges Gesamtbild – oder fehlt der rote Faden? Genau hier setzt eine durchdachte Digitalstrategie für Unternehmen an.

Wie entwickelt man eine Digitalstrategie?

Der Weg zu einer tragfähigen Digitalstrategie beginnt nicht mit Technologieentscheidungen, sondern mit Klarheit über den eigenen Status quo. Eine strukturierte Bestandsaufnahme schafft Transparenz über Prozesse, Datenflüsse, Verantwortlichkeiten und vorhandene Kompetenzen. Dabei werden auch Schwachstellen sichtbar, etwa Medienbrüche, doppelte Arbeitsschritte oder unklare Zuständigkeiten.

Auf dieser Grundlage wird ein Zielbild entwickelt. Es beschreibt, wie das Unternehmen digital aufgestellt sein soll – welche Systeme integriert zusammenarbeiten, wie Prozesse künftig ablaufen und welche Kompetenzen intern aufgebaut werden müssen. Dieses Soll-Bild dient als Orientierungsrahmen für alle weiteren Entscheidungen.

Zwischen Ist- und Soll-Zustand liegt die sogenannte Leistungslücke. Sie wird durch einen priorisierten Maßnahmenplan geschlossen. Projekte werden nach Nutzen, strategischer Relevanz und Ressourcenbedarf bewertet. So entsteht ein realistischer Fahrplan, der das Unternehmen Schritt für Schritt weiterentwickelt, statt es mit parallelen Initiativen zu überfordern.

Welche Bereiche gehören in eine Digitalstrategie?

Eine ganzheitliche Digitalstrategie im Unternehmen betrachtet mehrere Ebenen gleichzeitig. Sie beschränkt sich nicht auf IT, sondern bezieht Organisation und Geschäftsmodell mit ein. Zu den zentralen Handlungsfeldern gehören insbesondere:

  • Prozesse und Automatisierung
  • Datenstruktur und Datensicherheit
  • Technologie und Systemintegration
  • Organisation und Verantwortlichkeiten
  • Weiterentwicklung des Geschäftsmodells

Erst wenn diese Bereiche miteinander verzahnt gedacht werden, entsteht nachhaltige Wirkung. Einzelmaßnahmen können Impulse setzen – die strategische Abstimmung sorgt jedoch für Stabilität und Skalierbarkeit.

Digitalstrategie Beispiel im Unternehmen: Ein mittelständischer Betrieb in Thüringen

Ein Industrieunternehmen aus Thüringen sah sich mit mehreren parallelen Herausforderungen konfrontiert. Erfahrene Fachkräfte standen kurz vor dem Ruhestand, während das Unternehmen weiterwuchs und die organisatorische Komplexität zunahm. Strategische Themen blieben im operativen Alltag häufig liegen, und wertvolles Erfahrungswissen war nur unzureichend dokumentiert.

Im Rahmen einer strukturierten Digitalstrategie wurde zunächst Transparenz über Prozesse, Wissensflüsse und Verantwortlichkeiten geschaffen. Dabei zeigte sich, dass nicht einzelne Tools fehlten, sondern ein übergreifendes Konzept.

Die Umsetzung erfolgte in klar aufeinander abgestimmten Maßnahmen:

  • Aufbau eines internen Wikis zur systematischen Wissenssicherung
  • Einsatz eines lokal betriebenen KI-Assistenten für den geschützten Zugriff auf sensible Informationen
  • Kooperationen mit Thüringer Hochschulen zur gezielten Kompetenzentwicklung

Entscheidend war die strategische Verzahnung aller Schritte. Jede Maßnahme erhielt eine klare Zuständigkeit, definierte Meilensteine und eine realistische Zeitplanung. So entstand Verbindlichkeit – und aus einer komplexen Ausgangssituation wurde ein strukturierter Entwicklungsprozess. Dieses Beispiel für eine Digitalstrategie im Unternehmen zeigt, wie Strategie operative Entlastung schaffen und Wachstum gezielt begleiten kann.

Welche Rolle spielen Fördermittel in Thüringen?

Thüringen bietet Unternehmen einige Förderprogramme zur Unterstützung von Digitalisierung und Innovation. Instrumente wie Inno Invest, KLUG und FTI -Thüringen TECHNOLOGIE können Investitionen erleichtern, Personalaufbau ermöglichen oder Pilotprojekte anschieben. Ihre Wirkung hängt jedoch stark von der strategischen Einbettung ab.

Ohne klar definierte Ziele bleibt häufig unklar, welches Förderinstrument wirklich sinnvoll ist. Eine ausgearbeitete Digitalstrategie schafft hier Entscheidungsgrundlage und Prioritätensetzung. Sie sorgt dafür, dass Fördermittel nicht isoliert eingesetzt werden, sondern gezielt zur Umsetzung langfristiger Entwicklungsziele beitragen.

Digitalisierung ist kein Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess

Digitale Transformation endet nicht mit der Einführung einer Software oder dem Abschluss eines Projekts. Märkte verändern sich, technologische Möglichkeiten entwickeln sich weiter und interne Strukturen passen sich an neue Anforderungen an. Unternehmen stehen daher vor der Aufgabe, ihre digitale Ausrichtung regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.

Eine klare Digitalstrategie schafft dabei Orientierung und Stabilität. Sie hilft, Komplexität zu reduzieren, Investitionen nachvollziehbar zu priorisieren und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen in Thüringen wird sie damit zu einem entscheidenden Führungsinstrument.

Unterstützung für Unternehmen in Thüringen

Wenn Sie als Unternehmen in Thüringen wissen möchten, wie es um den eigenen, digitalen Status Quo bestellt ist und einen klaren, umsetzbaren Fahrplan benötigen, begleitet ThEx Wirtschaft 4.0 Sie dabei. Durch die Förderung des Freistaats Thüringen aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus ist diese Unterstützung für Sie sogar kostenfrei. Ein Anfang wäre das Ausfüllen des Online-Digital-Checks für eine erste unverbindliche Einschätzung!

Übrigens: Zum Thema Digitalstrategie gibt's auch eine aktuelle Folge im ThEx Cast. Darin erzählt Berater Tino Hoffmann aus dem Projekt ThEx Wirtschaft 4.0 von seinen konkreten Erfahrungen aus der Beratung von Unternehmen und wie er sie auf dem Weg zur Digitalstrategie begleitet. Zu hören, auf Spotify, Apple und überall, wo es Podcasts gibt!

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